zpět
Peter Angermann - Autonomoney
Galerie zum weissen Einhorn, Klatovy
17.05.2009 - 19.07.2009
Vernissage am Samstag 16. Mai, um 15 Uhr
Die Ausstellung Peter Angermann präsentiert eine Auswahl aus seinem gesamten Schaffen mit dem Schwerpunkt auf der Zeit der letzten zwanzig Jahre. Obwohl Angermann in der Nähe von Nürnberg lebt, wo er an der dortigen Kunstakademie das Atelier für Malerei leitet, ist sein Name in Tschechien nicht unbekannt: Im Jahr 1979 gründete er gemeinsam mit den beiden Tschechen Jan Knap und Milan Kunc die Gruppe Normal, deren erste Ausstellung nach ihrem im Jahr 1981 erfolgten Zerfall während der Prague Biennale 2005 stattfand. Sie hatten sich zu Beginn der 70er Jahre in Düsseldorf kennen gelernt, das damals eines der wichtigen Kunstzentren der Welt war - vor allem dank Joseph Beuys und Gerhard Richter, bei denen die drei studierten und gegen die sie sich zugleich abzugrenzen suchten. Wie der Name der Gruppe andeutet, traten sie damals nach einer Periode der konzeptuell orientierten Kunst mit „normaler" Malerei an, einer figurativen, saftvollen Malerei ohne komplizierte theoretische Konstruktionen, deren Grundlage eine mit Ironie erzählte Geschichte war und die sich mit gesellschaftlichen, allgemein interessierenden Themen befasste. Manche Bilder malten sie gemeinsam, ihre Ausstellungen begleiteten sie mit Malaktionen direkt in den Straßen der betreffenden Stadt. Während des Jahres ihres Bestehens erreichte die Gruppe im Kontext der aufkommende Postmoderne schnell internationale Anerkennung und war an mehreren angesehenen Ausstellungen beteiligt - beispielsweise 1980 an der Times Square Show in New York, im selben Jahr repräsentierte sie Deutschland auf der Biennale in Paris. Nach dem Auseinanderfallen der Gruppe setzte jeder der drei Maler seinen eigenen malerischen Weg fort, welcher im Falle von Peter Angermann durch zwei ausgeprägte Positionen charakterisiert wird, die auch in dieser Ausstellung vertreten sind. Zum einen entfaltet er die narrative Linie in figurativen Kompositionen, die auf einem gedanklichen, häufig sozialkritischen Konzept beruhen und die mit Hilfe einer Reihe vorbereitender Studien gründlich konzipiert werden. Die andere Position bilden spontan im Freien gemalte Landschaften, in denen seine außergewöhnliche malerische Virtuosität und die Arbeit mit der Farbe zur Geltung kommen. In beiden Positionen treten Prinzipien auf, die mit seinem Interesse für die Naturwissenschaften zusammenhängen, vor allem für optische Phänomene und für die physiologischen und psychischen Aspekte der Wahrnehmung als solcher.
